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Wie Handys genannt werden: Von Wundertelefonen und Ackerschnackern
15 Jahre ist das Handy alt, aber wie kam es eigentlich zu seinem Namen? Fast die ganze Welt kennt und liebt Handys, doch haben sich im Laufe der Jahre verschiedene Namen eingebürgert.
In Deutschland ist der englische Begriff Handy zum Synonym für das Mobiltelefon geworden.
In England hingegen gibt es das Wort Handy nur als Adjektiv, was soviel wie "praktisch" bedeutet. Das tragbare Telefon heißt dort "mobile phone" oder umgangssprachlich "mobile". Handy ist also ein Scheinanglizismus, ähnlich wie Beamer, Talkmaster oder Beauty Farm. Im Englischen ergeben diese Worte keinen Sinn.
Dennoch ist der Sinn von "Handy" und "mobile" identisch: Beide heben hervor, dass es sich um ein handliches, tragbares Telefon handelt. Das ist in den USA anders, wo sich "cell phone" als gängige Bezeichnung etabliert hat. Übersetzt bedeutet das schlicht: Batterietelefon.In Finnland, der Heimat vieler Handykonzerne wird eine andere Eigenschaft des Handys durch den Namen hervorgehoben. Der Begriff "matkapuhelin" heißt soviel wie Reisetelefon, auch wenn die Finnen auch daheim mobil telefonieren. Ein echtes Mysterium scheinen Handys in Israel zu sein: Das "pelefon" lässt sich mit "Wundertelefon" übersetzen.
Die Schotten und Türken denken da eher praktisch. Sie tragen ihre Mobiltelefone scheinbar immer in (Hosen)Taschen, die ihre Bezeichnung "cep telefonu" und "phon poca" beziehen sich auf den Aufbewahrungsort der kleinen Telefone. Bleibt die Frage, ob diese Namen auch schon galten, als Handys noch 30 Zentimeter lang und schwer wie Blei waren.
Eine ganz besondere Beziehung zu ihren Handys haben die Schweden. Zunächst einmal hat sich der schnöde und praktikable Name "mobile" etabliert. Das schien vielen Schweden aber zu lieblos, daher kursiert vermehrt der umgangssprachliche Begriff "nalle", der "Teddybär" bedeutet. Spätestens beim ersten Plüsch-Handy wird sich die tiefe Wahrheit dieses Namens bestätigen.
Der Schweizer nennt seine Fußball-Nationalmannschaft "Nati", was liegt da also näher, als dass die Eidgenossen mit einem "Natel" telefonieren? Der Begriff stammt vom nationalen Autotelefon, dass die Firma Swisscom auf den Markt brachte. Natel ist ein von Swisscom gesch�tzter Begriff, sodass im Zuge der Marktöffnung immer mehr andere Begriffe in Umlauf kamen.
Einen besonders schönen Namen für Mobiltelefone gibt es im Plattdeutschen, wo sich "Ackerschnacker" als Synonym durchgesetzt hat.


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